Reisen nach Corona? Eine Branche in Existenznot!
Reisetipps

Reisen nach Corona: Was wird sich verändern? Eine düstere Prognose!

Werden wir nie wieder reisen wie vor Corona? Die Pandemie verändert die Welt – und auch das Reisen! Wie intensiv, das wird uns die Zukunft lehren, doch die Vorzeichen könnten kaum dunkler sein.

Dieser Artikel liefert einige steile Thesen für das Reisen nach der Corona-Krise. Von Insolvenzen, zerstörten Existenzen, einem möglichen Ende der Billigflüge und einem veränderten Reiseverhalten nach der Pandemie.

Sein wir ehrlich, unsere Leidenschaft ist in Gefahr und jeder von uns hat sich wohl bereits in Selbstgesprächen gefragt, ob man nie wieder reisen kann wie vor Corona Anfang 2020.

Existenznöte: Jeder Fünfte arbeitet(e) in Thailand im Tourismus

Die Khao San Road in Bangkok ist das Ziel unzähliger Touristen. Über 40 Millionen erwartete die meistbesuchte Stadt der Welt für 2020. Inzwischen haben unzählige Geschäfte geschlossen, die Straßen sind trotz der in Thailand geringen Infektionszahlen wie leergefegt.

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Obwohl das Touristen-Geschäft noch bis Anfang März boomte, war 2020 nicht einmal ein Viertel der erhofften Besucher am Ende des Jahres zu verzeichnen. Das Virus bedroht Existenzen.

In Thailand gehörten 21,6 Prozent des BIPs in 2018 zur Tourismusbranche. Nur zum Vergleich: Deutschlands weltbekannte Automobilindustrie sorgt hierzulande nicht einmal für 5 Prozent der Bruttowertschöpfung des Landes.

Bali wie leergefegt: Wenn die Bordsteine an Touri-Hotspots hochgeklappt werden

Schockierend war und ist die Lage auch in anderen Touristen-Hotspots auf der Welt. Zum Beginn der Coronakrise Mitte März befand sich mein Bruder auf Bali und musste beobachten, wie täglich Geschäfte aufgrund der ausbleibenden Touristenströme kapitulierten.

In den noch geöffneten Hotels und Backpacker-Hostels warteten die Touristen nur noch auf ihren Flug in die Heimat. Innerhalb weniger Tage und Wochen rollte der Rubel – Verzeihung: der Rupiah – nicht mehr.

Anteil des Tourismus am BIP in Urlaubsländern

Land
Anteil Tourismus am BIP
Macau91,3 Prozent
Bahamas43,3 Prozent
Philippinen24,7 Prozent
Thailand21,6 Prozent
Österreich15,4 Prozent
Spanien14,6 Prozent
Italien13,2 Prozent
Frankreich9,5 Prozent
Deutschland8,6 Prozent

(Quelle: Statista.com – Daten aus den Jahren 2018/19)

Solange das Reisen aufgrund Corona stark eingeschränkt ist, wird Monat für Monat die Existenzgrundlage vieler Menschen bröckeln. Je mehr, umso länger die schon gefühlt endlosen Lockdowns anhalten.

Es ist die Schattenseite der von einigen bejubelten enormen Reduktion des CO2-Ausstoßes aufgrund der eingeschränkten Mobilität, dem einzig positiven Argument, wenn wir tatsächlich nie wieder wie vor Covid19 reisen könnten.

Reisen nach Corona wird teurer! Das Ende der Billigflüge?

Die Existenznot der vom Tourismus abhängigen Restaurantführer oder Touranbieter hinterlässt bei vielen Menschen wesentlich mehr Mitgefühl als der drohende Zusammenbruch vieler Konzerne innerhalb der Reisebranche.

Ein Hauptzweig sind die Fluggesellschaften, die derzeit mit enormen Einbußen leben müssen. Flugzeugbauer Boing kündete noch im Vorjahr an, circa 30.000 Stellen streichen zu müssen.

Die Anzahl der stattgefundenen Flüge während der Pandemie ist enorm eingebrochen. Beispielsweise hoben an den großen Drehkreuzen in Frankfurt, München und Düsseldorf Ende Oktober 2020 circa 60-70 Prozent weniger Flugzeuge ab als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

In Köln liegt der Einbruch bei rund 40 Prozent. Im folgenden Lockdown gingen jene Zahlen noch viel deutlicher durch die Decke.

Flugkürzungen während Corona an deutschen Airports vor dem Lockdown

Airport
Flugkürzungen
Düsselorf73 Prozent
Berlin-Schönefeld71 Prozent
Berlin-Tegel69 Prozent
München68 Prozent
Stuttgart65 Prozent
Hamburg64 Prozent
Frankfurt61 Prozent
Nürnberg61 Prozent
Köln/Bonn39 Prozent

(Quelle: Statista.com – Untersuchung 29.10.2020 im Vergleich zum Vorjahr)

Selbst die staatliche Unterstützung in Form von Corona-Hilfen für Lufthansa und Co. wird das Sterben verschiedener Airlines nicht aufhalten. Erst recht nicht, wenn die Mobilitätseinschränkungen wie aktuell immer weiter ausgedehnt werden.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die sogenannten Billigairlines zuerst wegbrechen, die ihre Gewinne vorwiegend der hohen Anzahl an Passagieren verdankten.

Nur die stärksten Player der Luftfahrtindustrie werden überleben oder aufgekauft werden. Das mag nicht zu einer vollständigen Monopolstellung führen, doch ein gesunder Preiswettbewerb dürfte immer mehr ausbleiben und jener Fakt die Preise in die Höhe schießen lassen.

Ryanair 2020 erstmals mit Verlusten seit der Finanzkrise

Ryanair gab bekannt, dass das Unternehmen im Sommerhalbjahr 2020 einen Verlust von circa 200 Millionen Pfund erwarte. Nach einem Gewinn in fast sechsfacher Höhe im Vorjahr scheint jener verschmerzbar, doch die Auswirkungen werden je nach Länge der Krise immer gravierender.

Denkbar ist, dass nach der zweiten und wohl gar dritten Welle der Corona-Krise das Reisen im Sommer 2021 kurzfristig zu Schnäppchenpreisen möglich ist, um die Luftfahrt sowie die gesamte Branche wieder zu beleben. Stets unter der Voraussetzung, dass die Wirtschaft bis dahin nicht vollständig zusammengebrochen ist.

Mittelfristig werden sich die Preise für Fernreisen aber erhöhen. Die Zeit der Kurzstreckenflüge innerhalb Europas zum Preis einer 50-Kilometer-Bahnfahrt finden ein Ende, was wohl aber noch am ehesten zu begrüßen ist.

Nie wieder Reisen nach Corona – das neue Luxusgut

Ein All Inclusive-Urlaub im fernen Ägypten oder selbst in der Karibik wurde in den letzten Jahren immer günstiger. Und dank preiswerter Fernflüge nach Südostasien und dem Preisniveau in Indonesien, Malaysia, Vietnam, Thailand & Co. hatte fast jeder reisehungrige Student die Chance zum Ferntrip in den Semesterferien. Von günstigen Städtetrips mit Ryanair, WizzAir und Easyjet ganz zu schweigen.

Dem Mittelstand droht die Fernweh-Armut…

Nach Corona wird das Reisen der breiten Mittelschicht möglicherweise weniger vergönnt sein. Einerseits, weil wie erwähnt Flüge teurer werden. Andererseits, da sich durch Insolvenzen das Angebot enorm verknappt.

Hinzu kommt, dass der Wohlstand der breiten Masse spätestens mit der befürchteten Inflation sinkt und die Wirtschaft auch abseits des Reisens in eine Schieflage gerät.

Die Natur profitiert vom Reisestopp während der Pandemie

Dass die Natur der große Gewinner der Coronakrise ist, da Reisen an viele Ziele auf Dauer nicht möglich sind, erscheint unstrittig.

Es ist wohl der kleine Moment der Freude in trüben Tagen. Während manch Leser an dieser Stelle an den CO2-Ausstoß denken mag, sehe ich den Nutzen vorwiegend auf einer anderen Seite.

Kennen Sie noch einen nahezu unbekannten Traumstrand in der Nähe der Halong Bucht in Vietnam oder unweit von Bangkok? Nein? Dann haben wir etwas gemeinsam, denn die Traumstrände früherer Jahrzehnte wichen immer mehr Touristen-Abfertigungsanlagen mit riesigen Hotels im Hintergrund.

Das traurige Ende einsamer Traumstrände ist gestoppt

Ein trauriges Beispiel ist die Insel Cat Ba unweit der Halong Bucht. Als ich mit meiner Frau dort 2019 Urlaub machte, war die Mehrheit der einst als Traumstrände bezeichneten Sandbänke längst Geschichte. Manch Strand war aufgrund von Bauarbeiten komplett geschlossen, an anderen throhnten riesige Hotelanlagen.

Sollten in Zukunft weit weniger Menschen die Chance zu mehrfachen Fernreisen im Jahr bekommen, würde die Natur durchatmen, manch Betonbau unvollständig zurückbleiben oder das Badeparadies gar nicht erst touristisch ausgebeutet werden.

Fazit: Wir werden nie wieder Reisen wie vor Corona?

Schwer zu sagen, was die Zukunft wirklich bringt. Ich bin aber sicher, dass ich nie wieder so reisen werde, wie vor Corona. Klingt negativ, doch der Gedanke im Hinterkopf hat einen positiven Touch.

Bei aller Freude am Reisen hat Corona (und die damit einhergehende Zwangspause) dafür gesorgt, dass die Selbstverständlichkeit hinter dem nächsten Reiseziel verflogen ist.

Die Aussichten wirken trüb, doch die Entwicklung kann auch eine Chance sein. Wer statt fünf längeren Reisen im Jahr nur noch zweimal in die Ferne zieht, wird die Zeiten möglicherweise mehr als zuvor schätzen. Zudem erfahren die nahen Ziele Europas fernab der Großmetropolen bald eine Renaissance bei vielen Reiseliebhabern.

Veränderte Einstellung vor neuen Reisen

Schon die Reisen nach dem ersten Corona-Lockdown – obwohl sie nur in den Osten Kroatiens, das Baltikum oder zu einem Städtetrip nach Budapest gingen – habe ich mit einer anderen Begeisterung erlebt.

Das Fernweh wird nie verrinnen, aber die für selbstständig erachtete Freiheit beim Reisen wieder spürbar.

Zudem bekommt die Natur die Gelegenheit, sich nach dem Trend zum schnellen Geld samt Ausbeutung in früheren Jahren zu erholen.

Jeder Krise kann eine Chance sein. Bei aller Frustration in diesen Tagen, Wochen und leider gar Monaten gilt doch: wer das Fernweh tief in sich spürt, der wird immer die Möglichkeit finden, Neues zu erblicken. Wenn auch vielleicht seltener am anderen Ende der Welt.

Reisen nach Corona – 6 Herzensangelegenheiten

  • Genieße Deine Reisen, anstatt den Kalender nur maximal zu füllen!
  • Buche nicht All Inclusive, sondern unterstütze Einzelpersonen vor Ort, die maximal unter der Krise leiden / litten!
  • Suche Dir traumhafte Reiseziele im näheren Europa. Bosnien, Kroatien, die Slowakei oder Slowenien sind beispielsweise landschaftlich atemberaubend!
  • Nimm Dir schon in der Krise bewusst die Zeit, um in Gedanken frühere Reisen noch einmal zu durchleben und dankbar dafür zu sein!
  • Werde kreativ: mit individuell geplanten Reisen lässt sich eine Menge Geld sparen. Gewiss auch bei Reisen nach Corona!
  • Rede Dir nicht ein, dass wir nie wieder reisen werden!

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