Groundhopping Fußball- & Stadionreisen

Groundhopping ist ein traumhaftes Hobby! Für Millionen Menschen ist Fußball die schönste Nebensache der Welt. Andere halten dies für maßlos untertrieben. Während das runde Leder zwischen die Pfosten fliegt, wird teils spürbarer deutlich, wie Menschen tatsächlich empfinden, als an drei oder vier Reisetagen.

Das Fußballstadion ist einer von wenigen Orten, an denen alle Menschen wirklich gleich sind. Der Banker steht neben dem Arbeitssuchenden, Studenten singen mit Rentnern im Arm. Alle gesellschaftlichen Gepflogenheiten verlieren für 90 Minuten ihren Zwang.

Mit Groundhopping Kulturen erleben

Hast Du schon erlebt, wie im Orient die Scheichs den Gästemob mit wüsten Schimpftiraden aufs Korn nahmen? Oder in Kambodscha ein Orkan an Menschenmassen das fast in doppelter Kapazität gefüllte Stadion erbeben lässt? Spätestens wer sieht, wie Bengalfackeln in Belgrad die Nacht zum Tag machen, der wird die Faszination Fußball selbst ohne Begeisterung für den Sport nicht mehr leugnen.

Groundhopping ist die vielleicht beste Möglichkeit, um Kultur und Gepflogenheiten eines Landes in kürzester Zeit aufzusaugen.

Der Fußballreisende legt andere Prioritäten

Fernab aller gesellschaftlichen Phänomene sei aber doch erwähnt, dass Groundhopper merkwürdig ticken. Ich zähle zur merkwürdigen Spezies, die sich auch einmal nur für ein Fußballspiel eine ganze Nacht ins Auto setzt und fast in sich zusammenfallende Tribünen jederzeit seelenlosen Neubauten vorzieht. Zudem besteht eine gewisse Affinität für Ultragruppierungen auf dem gesamten Erdball.

Bei aller Liebe für das Runde Leder überrascht es nicht, dass Globushopper das Hobby Groundhopping abdeckt. Highlights wie das Abenteuer im La Bombonera der Boca Juniors würde ich nur ungern für mich behalten.

Zahlreiche weitere interessante Erlebnisse und Groundhopping Tipps zu verschiedensten Ländern lassen sich in den verlinkten Beiträgen finden.

Wenn Du erstmals mit Groundhopping in Verbindung kommst, dann findest Du nachfolgend die wichtigsten Informationen!

Was ist Groundhopping?

Groundhopper sammeln Stadien, wie andere Postkarten oder Kronkorken. Doch wann zählt ein Ground (das Stadion) beim Groundhopping eigentlich als gesammelt? Natürlich genügt kein Blick von außerhalb des Betonklotzes oder ein flüchtiger Blick hinein.

Unstrittig unter Groundhoppern ist, dass ein Spielbesuch verpflichtend ist, um das Stadion abhaken zu können. Etwas strittiger ist, ob zwingend 90 Minuten Spielzeit im Stadiongelände verbracht werden müssen.

Sogenannte Halbzeithopper kombinieren noch mehr Fußballkicks an einem Tag und sehen speziell bei Dorfplätzen eine Halbzeit als ausreichende Länge an. Dem konnte ich aber noch nie etwas abgewinnen.

Die Groundhopping Regeln macht letztendlich aber jeder selbst. Ich habe schon die verrücktesten Auflagen gehört. Im Vordergrund sollte der Spaß & die Leidenschaft stehen – nicht die verbissene Rekordjagd.

(Fast) allgemeingültige Groundhopping Regeln

  • Ein Stadion wird gesammelt, indem man sich ein Fußballspiel darin ansieht
  • Der Groundhopper muss sich im Stadiongelände befinden (nicht hinter dem Bauzaun oder außerhalb der Sicherheitsschleusen)
  • Anwesenheit über die volle Spielzeit gehört für die meisten Groundhopper dazu
  • Ausgeschlossen sind Jugendspiele auf Kleinfeld und Partien, die auf deutlich unter 90 Minuten angesetzt sind (manch einer sieht B-Jugend-Matches über 80 Minuten noch als in Ordnung an)
  • Der Ground zählt nicht, wenn man aktiv am Spielgeschehen teilgenommen hat (Schiedsrichter, Betreuerteam, Spieler etc.)

Und wenn der Groundhopper im Stau steht?

Naheliegend erscheint die Frage, welche Konsequenzen ein aufgrund von Stau verpasster Anstoß hat. Ich persönlich zählt den Ground auch dann, wenn ich aufgrund einer unerwarteten Verkehrssituation zu spät erscheine. Häufig erklärt sich der Fußballtourist dann mit der Groundhopper-Regel der „außergewöhnlichen Umstände“, an denen er nicht selbst die Schuld trägt.

Das Gegenteil gilt hingegen, wenn zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit bestand, rechtzeitig vor Ort zu sein.

Die verrücktesten Regeln im Groundhopping

Und dann gibt es noch Fußballreisende, die sich richtig verrückte Auflagen selbst setzen. Hier folgt ein kleiner Auszug der mir bekannten außergewöhnlichen Groundhopping Regeln:

  • Die Spielballberührung reicht, um den Ground zu zählen (schöne Grüße nach Zwickau!)
  • Wenn das Spiel mit 0:0 endet, zählt der Ground nicht
  • Der Länderpunkt (Besuch eines Stadions in einem neuen Land) zählt nur, wenn das Spiel auch unter dem gleichen Verband stattfand. Beispiel-Klassiker: Der Länderpunkt Liechtenstein ist nicht mit einem Ligaspiel des FC Vaduz zu machen, da jene in der Schweizer Liga antreten
  • Freundschaftsspiele werden nicht gezählt
  • Das Stadion muss in der App (früher im Groundhopping Informer) aufgelistet sein

Und vermutlich erfassen obige Punkte nur einen Bruchteil der eher ungewöhnlichen Groundhopping Regeln.

Spielabbruch: Zählt der Ground?

Kein wirklicher Streitfall sind übrigens Spielabbrüche – und glaubt mir, fast jeder Fußballreisende hat schon einmal einen bei Groundhopping erlebt. Wird eine Partie wegen sintflutartigen Regenfällen, eines ausgefallenen Flutlichts oder Randalen im Stadion abgebrochen dann zählt das Stadion dennoch als gesammelt. Voraussetzung ist , dass zumindest 45 Minuten Spielzeit absolviert wurden.

Ihr merkt schon, die Groundhopping Regeln sind äußerst komplex und vielfältig. Wie bereits angemerkt soll der Spaß aber klar im Vordergrund stehen.

Von daher: geht raus und verfolgt das runde Leder. Groundhopping wird niemals langweilig, auch wenn es für mich nur ein Teil des Reisens ist!